Neue EU-Batterieverordnung für umweltfreundlichere Batterien

Mit dem 1. Januar 2022 sollte in der Europäischen Union eine neue Batterieverordnung gelten. Noch konnte die Verordnung, die deutlich mehr Austauschbarkeit, Reparatur und Recycling von Batterien möglich machen soll, allerdings nicht in Kraft treten.

Als wichtiger Schritt bei der Umsetzung des Aktionsplans Circular Economy soll die Batterieverordnung maßgeblich zum Null-Schadstoff-Ziel des europäischen Green Deal beitragen. Dass weitreichende Veränderungen für Batterien und Akkus auf den Weg gebracht werden sollen, ist vor allem auf die stark wachsende Elektromobilität zurückzuführen. Die EU-Kommission geht davon aus, dass sich bis 2030 die Nachfrage nach Batterien auf das 14fache erhöhen könnte. Dementsprechend wird die Notwendigkeit gesehen, die genutzten Batterien und Akkus in einen Kreislauf zu bringen, um unter anderem den Ressourcenverbrauch zu verringern.

Im aktuellen Entwurf sind Maßnahmen und Instrumente entlang des gesamten Lebenszyklus im Sinne der Circular Economy für alle in der EU in Verkehr gebrachten Batterien enthalten. Erstmals werden Traktionsbatterien, wie sie in Automobilen verwendet werden, zudem explizit als Elektrofahrzeugbatterien benannt und nicht mehr allgemein zu Industriebatterien gezählt. 

Neue Regelungen für Elektrofahrzeugbatterien

Ab Juli 2024 wird für Traktionsbatterien mit einer Kapazität über 2 kWh, die in Europa auf den Markt kommen, die Angabe des CO2-Fußabdruck nötig. Zwei Jahre später, ab 2026, soll die CO2-Intensität der Batterie gekennzeichnet und einer bestimmten Kategorie zugeordnet werden – vergleichbar mit dem Energielabel für Haushaltsgeräte. Ab Juli 2027 müssen die Batterien dann Höchstwerte für den CO2-Fußabdruck einhalten.

Darüber hinaus enthält die Verordnung klare Vorgaben zum Sammeln und Recyceln von Elektrofahrzeugbatterien. So muss ab 2027 der Gehalt von recyceltem Kobalt, Blei, Lithium und Nickel angegeben und ab 2030 ein Mindestgehalt an Recyclingrohstoffen nachgewiesen werden.

Zudem sollen Daten zum Alterungszustand und zur voraussichtlichen Lebensdauer durch ein Batteriemanagementsystem zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere für große Batterien soll der gesamte Lebenszyklus online verfolgt werden können. Dies soll die Ermittlung des Restwertes und Wiederverwendungspotenzials einer Traktionsbatterie ermöglichen.

Damit die Informationen rund um die Zusammensetzung und die Herkunft der Stoffe in den Batterien einsehbar werden, richtet die Kommission bis 2026 ein elektronisches Austauschsystem für Batterieinformationen ein. Zudem soll es einen „Batteriepass“ für jede einzelne Traktionsbatterie über 2 kWh geben. 

Wann kommt die EU-Verordnung

Der Verordnungsentwurf, der bereits im Dezember 2020 entstand, wird im Augenblick im Umweltausschuss des europäischen Parlaments diskutiert. Er soll im März ins Plenum gehen und anschließend als Grundlage für die nachfolgenden Verhandlungen zwischen Parlament und Kommission dienen. Wann die finale Verordnung verabschiedet werden kann, ist momentan weiterhin unklar.