Handlungsfeld 6: Nachwachsende Rohstoffe

Einige Rohstoffe, die bei Gebäuden eingesetzt werden, haben eine schlechte Ökobilanz und/oder sind gesundheitsgefährdend. Nachwachsende Rohstoffe sollen diese Stoffe ablösen, um die negativen Auswirkungen von endlichen Rohstoffen weitestgehend zu vermeiden. In dieser Kurzvorstellung wird das Handlungsfeld Nachwachsende Rohstoffe näher erläutert. Weiterführende Informationen zu diesem Handlungsfeld finden Sie in der Vorstudie zum Gebäudesektor.

 

Was sind eigentlich nachwachsende Rohstoffe?

Nachwachsende Rohstoffe sind forst- und landwirtschaftlich erzeugte Produkte und finden im Gebäudesektor unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, bspw. als Dämmmaterial (z. B. Flachs) oder als Baustoff (z. B. Holz oder Pappe). Diese nachwachsenden Rohstoffe können dabei endliche Baustoffe (wie z. B. Stahl oder Zement) ersetzen.

 

Für wen ist dieses Thema besonders interessant?

Die Herstellung bzw. Verarbeitung von Rohstoffen findet in den Vorleistungen statt. Dementsprechend ist dieses Thema besonders für Akteure dieser Wertschöpfungsstufe (z. B. Landwirtschaftsbetriebe, Holzbau- oder Werkstofftechnikunternehmen) von hoher Bedeutung. Darüber hinaus können nachwachsende Rohstoffe auch für andere Akteure der Wertschöpfungskette relevant sein, wenn es z. B. um das Recycling dieser Rohstoffe geht.

 

Wie lässt sich dieses Handlungsfeld umsetzen?

Nachfolgend finden Sie mögliche relevante Fragestellungen, welche in der Workshopphase gerne um weitere Inhalte ergänzt werden können:

  • Welche Komponenten oder Materialien können ausgetauscht werden?​
    Bspw. kann herkömmlicher Beton durch Hanfbeton, synthetische Dämmstoffe durch Zellulose oder Stahl durch Holzelemente ersetzt werden. Dies sind nur einige Beispiele der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von nachwachsenden Rohstoffen.
  • Welche Eigenschaften müssen die nachwachsenden Rohstoffe aufweisen?
    In Forschungsprojekten wird derzeit das Verhalten der Naturdämmstoffe in Bezug auf Brandschutz und Glimmverhalten, Schall-, Wärme- und Feuchteschutz analysiert. Gerade im Brandschutzverhalten sind Naturdämmstoffe meist vorteilhafter als konventionelle Dämmstoffe.[1]
  • Inwiefern braucht es eine Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirten?
    Die Zusammenarbeit ist notwendig, damit sichergestellt werden kann, dass der Anbau dieser Rohstoffe möglichst regional und nachhaltig erfolgt und nicht in Konkurrenz zum Lebensmittelanbau steht. Darüber hinaus sollten gemeinsam der Verlust der Biodiversität durch Monokulturen sowie lange Transportwege verhindert werden.

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[1] Vgl. Herrmann, B. und Rüther, N. (2020): Weg frei für mehr Natur-Dämmstoffe beim Bauen. URL: https://www.innovations-report.de/fachgebiete/architektur-bauwesen/weg-frei-fuer-mehr-natur-daemmstoffe-beim-bauen/

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Alle Informationen finden Sie in diesem PDF auch zum Download.