Handlungsfeld 3: Alternative Wohn- und Bürokonzepte

Da der Bau von Gebäuden mit hohem Ressourcenverbrauch und hohen CO2-Emissionen verbunden ist, ist es das Ziel Gebäude so lange und effizient wie möglich zu nutzen und demnach wenn möglich eine Umnutzung vorzunehmen. Alternative Wohn- und Bürokonzepte tragen zu dieser effizienten Nutzung bei. In dieser Kurzvorstellung wird daher das Handlungsfeld Alternative Wohn- und Bürokonzepte näher erläutert. Weiterführende Informationen zu diesem Handlungsfeld finden Sie in der Vorstudie zum Gebäudesektor.

 

Was sind eigentlich alternative Wohn- und Bürokonzepte?

Bei alternativen Wohnkonzepten steht die effiziente Nutzung der Wohnfläche im Fokus. Dies bedeutet, dass unzureichend genutzter Wohnraum bedarfsgerecht genutzt und an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner:innen angepasst wird. Ein klassisches Beispiel ist hier der Wohnungstausch zwischen Familien und Rentnern. Die Idee hinter Co-Working richtet sich hingegen an bislang unzureichend genutzte Bürogebäude, welche bspw. als Co-Working Spaces verschiedenen Akteuren zur Verfügung gestellt werden können.

 

Für wen ist dieses Thema besonders interessant?

Alternative Wohn- und Bürokonzepte werden in der Nutzungsphase implementiert und bspw. durch den Umbau von Bestandsgebäuden ermöglicht. Gerade auch im Hinblick auf bestehende Leerstände in Städten und die fortschreitende Flächenversiegelung. Aus diesem Grund ist dieses Handlungsfeld besonders interessant für Akteure dieser Wertschöpfungsstufen, wie z. B. Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften, Stadtplanungsbetriebe und Immobilienverwaltungen. Darüber hinaus können auch andere Akteure Co-Working-Maßnahmen implementieren oder alternative Wohnkonzepte umsetzen, so könnten beispielsweise Investoren ihren Fokus auf alternative Wohn- und Bürokonzepte legen.

 

 

Wie lässt sich dieses Handlungsfeld umsetzen?

Nachfolgend finden Sie mögliche relevante Fragestellungen, welche in der Workshopphase gerne um weitere Inhalte ergänzt werden können:

  • Welche Bedarfe nach alternativen Wohn- und Arbeitskonzepten bestehen?
    Wohnraumknappheiten, starke Miet- sowie Eigenheimpreissteigerungen, veränderte Bedürfnisse und die Nachfrage nach kleinen Wohnungen (z. B. für Studenten oder alleinstehende Elternteile) haben den Bedarf nach alternativen Wohnkonzepten erhöht.[1] Home Office oder zeitiche Flexibilität werden außerdem immer häufiger von Arbeitnehmer:innen nachgefragt. Darüber hinaus könnten leerstehende Gebäude (z. B. Einkaufszentren) einer alternativen Nutzung zugeführt werden. 
  • Für welche Unternehmen eignen sich alternative Bürokonzepte?
    Tendenziell kann jedes Unternehmen Co-Working Spaces nutzen. So können bspw. Start-Ups mit begrenzten Räumlichkeiten oder Großunternehmen zur Ausgliederung ganzer Abteilungen diese alternativen Bürokonzepte nutzen.
  • Wie können alternative Wohnkonzepte noch aussehen?
    Weitere Beispiele für alternative Wohnkonzepte sind „House-Sharing“-Angebote. Dort teilen ältere Menschen ihre zu groß gewordenen Wohnungen/ Häuser mit z. B. Studierenden, die im Gegenzug Hilfsdienstleistungen anbieten. Außerdem gibt es entlang aller Altersgruppen Wohngemeinschaften, in denen sich mehrere Personen eine Wohnung teilen.

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[1] BMWi (2018): Soziale Wohnungspolitik. Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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Alle Informationen finden Sie in diesem PDF auch zum Download.