Förderung aus Konjunkturprogramm zielt auf Transformation

Die Fahrzeugbranche steckt mitten in einem Strukturwandel. Neue Technologien und veränderte Mobilitätsansprüche bringen nicht nur neue Möglichkeiten sondern gleichermaßen neue Herausforderungen. Das zeigt sich deutlich auf der gerade stattfindenden Internationalen Automobil Ausstellung, die in diesem Jahr IAA Mobility heißt, neben Autos auch Fahrräder ausstellt und über CO2-freien Verkehr, Innovationen auf der Schiene und Kreislaufwirtschaft diskutieren will. 

Beim Autogipfel im Vorfeld der IAA Mobility wurden zudem die bereits vorgesehenen Investitionen für Fahrzeughersteller und Zulieferer auf den Weg gebracht, die im Konjunkturpaket der Bundesregierung vom 3. Juni 2020 enthalten sind. Sie sollen gleichermaßen Anschub und Absicherung für die nachhaltige und technologieoffene Transformation der Automobilbranche auf dem Weg in die Klimaneutralität sein.

Der im Konjunkturpaket der Bundesregierung vom 3. Juni 2020 enthaltene Förderrahmen (Ziffer 35c) für den Automobilsektor wurde bereits im Februar als Programm Zukunftsinvestitionen Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ vorgestellt. Die im CEWI Projekt analysierten Handlungsfelder mit besonderem Klima- und Ressourcenschutzpotenzial, können dabei als Brücke in das Förderprogramm dienen.

Wir stellen Ihnen die drei Fördermodule vor:

Modul a – Modernisierung der Produktion

Modul a setzt sich aus zwei Förderrichtlinien zusammen. In Modul a1 werden Unternehmen gefördert, die u.a. Technologien zur Steigerung der Wiederverwendbarkeit von Materialien oder Technologien/Verfahren zur Minderung von Treibhausgasen einführen. Konkret können bspw. die in der Workshopphase zu erstellenden Projektideen zu den Handlungsfeldern Altfahrzeugverwertung, Leichtbau, Wiederaufbereitung und -verwertung sowie Nachwachsende Rohstoffe an dieser Stelle anknüpfen. Durch sie soll die Wiederverwendung von Fahrzeugen oder einzelnen Komponenten sowie Alternativen zu bisherigen energieintensiven Materialien und Ressourcen untersucht werden. 

Modul a2 fokussiert Vorhaben zur Ausweitung der Digitalisierung in Unternehmen (bspw. Implementierung von Industrie 4.0). Konkret lässt sich an dieser Stelle der bei CEWI betrachtete digitale Produktpass als möglicher Lösungsansatz einordnen. Explizit als wünschenswert für die Förderung im Modul a2 werden kooperative Geschäftsmodelle und -prozesse genannt, wie sie auch beim CEWI Projekt angestrebt werden. Mögliche CEWI-Projektarbeiten zu den Handlungsfeldern Altfahrzeugverwertung
Wiederaufbereitung und -verwertung sowie recyclingorientierte Konstruktion könnten ebenfalls spannende Ansätze zum Thema Digitalisierung liefern. 

Modul b – Forschung und Entwicklung für neue, innovative Produkte

Modul b fördert gezielt Projekte für eine nachhaltige Produktion. Konkret sollen Technologien wie u.a. Internet of Things und Blockchain die Produktion und Logistik transparent gestalten. Auch an dieser Stelle ergeben sich Schnittstellen in die Handlungsfelder AltfahrzeugverwertungWiederaufbereitung und -verwertung sowie recyclingorientierte Konstruktion, da sie insbesondere eine übergreifende Informationsbereitstellung zwischen unterschiedlichen Akteuren erfordern. Darüber hinaus könnten die Projektergebnisse zum Einsatz von Kunststoff-Rezyklat und Leichtbau direkte Umsetzungen der Technologien beinhalten.

Modul c – Aufbau regionaler Innovationscluster

Für Modul c soll eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure – über Unternehmensgrenzen hinweg – ermöglicht werden. Diese Form der Zusammenarbeit, das gemeinsame Erarbeiten von Ideen und der Aufbau eines Netzwerkes, sind ein wichtiges Ziel im CEWI Projekt. Für die Handlungsfelder Altfahrzeugverwertung und Wiederaufbereitung und -verwertung wäre beispielsweise eine regionale Kooperation verschiedener Akteure besonders vorteilhaft, da lange Transportwege und somit auch Emissionen vermieden werden können. 

Ähnlich wie auch beim CEWI Projekt sind das Zusammenspiel der drei Fördermodule, die Vernetzung von Unternehmen sowie das Kooperieren und der Transfer von Wissen relevante Bausteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Transformation der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie. Die im CEWI Projekt entwickelten Kooperationen und Projektideen könnten durch das Nutzen des Förderprogramms verstetigt werden.